Kartenspiele – Wie war es damals und wie ist es heute?

Kartenspiele sind aus unserer heutigen Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Es gibt tausende von Spielarten, selbst einzelne Spiele werden je nach Region mit völlig anderen Regeln und Bezeichnungen gespielt. Obwohl die Kartenspiele bei uns so tief verwurzelt sind, sind sie doch relativ jung. Man geht davon aus, dass die Spiele im 13. Jahrhundert nach Europa kamen. Ihren Ursprung sollen sie in Asien haben, dabei streiten sich die Historiker, ob nun Indien oder China als Geburtsort infrage kommt. Für beide Länder sprechen diverse Indizien, doch wirklich festgehalten worden ist es nie. Sie sind irgendwann aufgetaucht und verbreiteten sich in Windeseile.

Die ältesten noch erhaltenen Karten stammen aus China. Das Besondere an ihnen ist, dass sie gefaltet worden sind, man hielt die Spielkarten damit vermutlich nicht gefächert auf der Hand, sondern entweder gestapelt oder einzeln. Aufgrund dieser Falttechnik gehen Experten davon aus, dass die ersten Kartenspiele auch keine Kombinationsspiele waren. Vielmehr glaubt man, dass einzelne Karten gegeneinander ausgespielt worden sind.

Wie und wann kamen die Kartenspiele zu uns nach Europa?

Historischen Überlieferungen zufolge verlief die Ausbreitung der Kartenspiele über die alte Seidenstraße. Entlang des alten Handelsweges zwischen Asien und Europa finden sich Hinweise in Form von Funden und Vermerken in Schriftstücken. So ging es von Asien über Persien nach Italien und Frankreich. In Frankreich gibt es erste Hinweise aus dem 14. Jahrhundert, die auf die Existenz der Spiele hinweisen. Das Kuriose daran ist, dass all diese schriftlichen Hinweise und Belege, die es aus dieser Zeit rund um die Kartenspiele gibt, von Verboten handeln.

Das Spiel mit den Karten galt schnell als etwas Frevelhaftes und Teuflisches. Es konnte mit den damaligen Moralvorstellungen kaum in Einklang gebracht werden. In den Archiven der Museen gibt es diverse Dokumente, die belegen sollen, dass in Flandern im Jahre 1382 das Kartenspiel verboten wurde, in Florenz im Jahre 1377, in Regensburg 1378 und in Nürnberg 1380. In Asien und Persien wurde es unterschiedlich bewertet, mancherorts wurde es verboten und anderswo wiederum gefördert.

Bis zum klassischen französischen Blatt dauerte es rund 200 Jahre
Die Europäer übernahmen anfänglich die asiatischen Karten und damit auch ihre Spiele. Es sollte 200 Jahre lang dauern, bis das eigene Kartenspiele mit eigenen Blättern entworfen wurden. Im 16. Jahrhundert hatten sich dann europaweit drei verschiedene Spielblätter etabliert: das deutsche, das französische und das spanische. Unsere heutigen Karten und deren Bezeichnungen ähneln denen von damals noch immer sehr.

Mit den neuen Karten kamen auch die neuen Spiele, die Europäer entwickelten die Kombinationsspiele und die damit verbundene Fächerhaltung der Spielkarten. Auf diese Weise ergaben sich eine Vielzahl neuer Spielmöglichkeiten, was wiederum sehr positiv für die Beliebtheit der Kartenspiele war. Trotz der Verbote, die vielerorts noch immer galten, denn die Kirche hatte immer noch große Macht auf tagespolitische Entscheidungen, verbreiteten sich die Kartenspiele unaufhaltsam.

Welche Spielarten gibt es bei den Kartenspielen?

Es haben sich vier Grundtypen herauskristallisiert, in die sich fast alle Spiele einordnen lassen.
Ablegespiele. Bei diesem Spieltyp geht es darum, möglichst schnell all seine Karten loszuwerden, entweder auf einen Stapel in der Spielfeldmitte oder dadurch, dass man sie seinen Gegnern zuspielt. Das wohl berühmteste Ablegespiel ist MauMau und sein kommerzieller Ableger Uno. Dutzende, wenn nicht sogar hunderte weiterer Varianten sind im Laufe der Zeit hinzugekommen. Auf den älteren Windows PC´s war das Ablegespiel Solitaire gratis mitinstalliert. Es fand eine große Anhängerschaft, da man es alleine spielt und es in den Arbeitspausen eine willkommene Ablenkung bot.

Stichspiele. Bei den Stichspielen muss man, wie der Name es schon verrät, möglichst viele Stiche machen. Der in Deutschland berühmteste Vertreter dieser Gattung ist das beliebte Skat. Das meist zu dritt, aber auch mancherorts zu zweit oder viert gespielt wird. International ist Bridge ein berühmter Vertreter der Stichspiele.

Augenspiele. Unter diese Kategorie fallen die Spielarten, bei denen der Spieler möglichst viele Punkte oder in dem Fall Augen sammeln muss. Skat fällt sowohl in diese als auch in die Kategorie der Stichspiele, weitere bekannte Augenspiele sind Doppelkopf und das aus Frankreich stammende Rommé.

Sammelspiele. Diese Variante ist besonders bei Kindern beliebt. Die Quartetts gehören dieser Gattung an, Ziel ist es so viele Karten wie möglich von seinen Mitspielern einzusammeln. Gewinner ist der, der am Ende alle Karten auf der Hand hält. Das Spiel Schwarzer Peter gehört ebenso in diese Gruppe.

Das beliebteste Kartenspiel der heutigen Zeit

Jedes Spiel hat seine Epoche und es gibt ein Spiel, das seit vielen Jahren die meisten Spieler rund um den Globus fasziniert: Blackjack. Es wird in nahezu jedem Casino angeboten und die Tische sind stets gut besucht. In Deutschland hatte Blackjack zu Beginn noch andere Namen, in manchen Regionen war es unter 17 und 4 bekannt und anderswo nannte man es schlichtweg Einundzwanzig.

Wie die deutschen Namen es schon erahnen lassen, geht es beim Blackjack darum, auf 21 Punkte zu kommen. Jede Spielkarte besitzt unterschiedliche Werte und es gilt, clever zu kombinieren. Wer zu viele Punkte hat, der hat automatisch verloren. Mit 22 ist man schon raus. Genau darin liegt für die meisten der große Reiz, manchmal reichen 15 oder gar noch weniger Punkte zum Sieg und manchmal müssen es eben genau die 21 Punkte sein, die man braucht, um den Jackpot mit nach Hause zu nehmen.

Was so beliebt ist, gehört ins Netz

Aufgrund der großen Anhängerschaft, auf die Blackjack mittlerweile verweisen kann, war es nur eine Frage der Zeit, bis Blackjack in allen Facetten auch im Netz angeboten wird. Es haben sich eine Vielzahl neuer Spielarten etabliert, die von Casino zu Casino recht unterschiedlich sein können. Hier ergibt es großen Sinn, sich zuallererst ein paar Gratisspiele Blackjack zu gönnen, bevor man sich an den Jackpot wagt.

Von der chinesischen Falttechnik mit ihren Einzelblattspielen über die Kombinationsspiele mit der Fächerhaltung, hin zu digitalem Blackjack. Die Sprünge bei den Kartenspielen waren einerseits groß und andererseits nur konsequent. Es hat sich stets der jeweilige Entwicklungsstand der gesamten Kultur und Epoche auch in den Kartenspielen widergespiegelt. Dass künftig die meisten Kartenspiele nicht mehr mit Karten, sondern mit Smartphones gespielt werden, ist mehr als logisch. Wir dürfen auf das, was kommt, gespannt sein und fest davon ausgehen, dass egal welche Technik künftig unser Leben bestimmen wird, Kartenspiele ein Teil davon sein werden.